Waldkindergarten Kinder
Waldkindergarten Kinder
Blätter
Wald

Pädagogik - Konzeption

Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit
Kinder entwickeln sich gerade im Kindergartenalter sehr unterschiedlich. Die ersten Stärken aber auch Schwächen der Kinder kristallisieren sich heraus. Das pädagogische Personal geht auf jedes Kind ein, beobachtet es in seinen Handlungen, bestärkt seine Fähigkeiten und geht auch auf Schwächen ein.

Wald als Lebens- und Bewegungsraum
Draußen können Kinder ihrem Bewegungsdrang frei nachgehen. Kinder müssen sich bewegen, um sich motorisch entwickeln zu können. Die Natur ist dazu der beste Ort. In waldigem Gelände erproben die Kinder Kraft, Geschicklichkeit und Ausdauer. Auch vorsichtige Kinder lernen Hindernisse wie dichtes Gebüsch, umgestürzte Bäume und kleine Bäche zu überwinden. Wie von selbst schulen sich Bewegungsabläufe, Gleichgewichtssinn und räumliche Orientierung.

Die Kinder sind in Bewegung, so frieren sie auch nicht so schnell wie Erwachsene. Das Immunsystem stärkt sich durch die allmähliche Anpassung des Organismus an die Witterungsbedingungen.

Freies Spielen und Lernen
Spielen ist die ursprüngliche Lebensenergie jedes Lebewesens und damit eine Grundvoraussetzung für Lernen und Leben. Im Waldkindergarten spielen die Kinder mit Naturmaterialien, d.h. sie kommen mit lebendigem Material in Berührung, das vergänglich und veränderbar ist. Phantasie, Spieltrieb und Kreativität können auf natürliche Art und Weise gelebt und frei entfaltet werden. Das Fehlen von vorgefertigtem Spielzeug fördert die Fantasie und Kreativität. Spielzeug ist, was der Wald hergibt. Ein knorriger Ast wird zum Fernrohr, der umgestürzte Baum ist ein Piratenschiff, hohle Baumstümpfe sind herrliche Zwergenhäuser.

Der Stock wird heute zur Angel und morgen zum Zauberstab, Fichtenzapfen stellen Figuren dar. Mit Blättern fädeln wir eine Kette. Neugierde und der Wunsch auszuprobieren werden geweckt. Gerade in der heutigen Zeit, die durch Reizüberflutung, Medien und Konsumzwang geprägt ist, ist das Leben, Spielen und Lernen in der Natur für Körper, Geist und Seele jedes Kindes lebensnotwendig.

Lernen ist Spielen mit der Wirklichkeit. Also ist es sinnvoll, Kindern mit so viel Wirklichkeit und Natur wie möglich in Verbindung zu bringen. Unser Gedächtnis ist, wie alles Lebendige, ein komplexer Vernetzungsprozess: Lernen ist ein Dialog zwischen unseren Sinnen, unseren Gefühlen, dem übrigen Körper und unserer Umgebung; ein intensiver Austausch zwischen den Erscheinungen der Welt, der Natur und unseren Sinnesorganen, die ungeheuer viele Informationen an unser Gehirn übermitteln.

Kinder lernen von Kindern: Sich gemeinsam wohl fühlen, Fairness und Höflichkeit, Lob und Kritik, Trösten und Helfen, Ermahnungen und Belehrungen, Expertentum, Erwerb von Grundfertigkeiten in Projekten, gemeinsames Forschen, Bauen, Lernen durch Zusehen, Abgrenzungen zu Erwachsenen, Lernen im Spiel usw., sind besonders wirksam, weil sie nicht in der asymmetrischen Situation zwischen Kindern und Erwachsenen, sondern unter tendenziell Gleichen stattfinden.

Ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen
Ergebnisse aus der Hirnforschung haben gezeigt, dass sich im Gehirn vor allem dann Synapsen verstärken, wenn die Bildung selbstwirksam ist, d.h. das Kind aktiv beteiligt ist. Also bedeutet Bildung im Waldkindergarten forschendes Lernen in Sinnzusammenhängen. Stark sinnliche Wahrnehmungen in der Natur sorgen für eine besonders intensive Verankerung des Erlebten im Langzeitgedächtnis. Wer z.B. selbstständig bei Regenwetter prüft, was in Pfützen schwimmt und was nicht, wird sich dies spielerisch leicht merken können.

Phantasie und Kreativität
Das Spiel und der Umgang mit der Natur ohne vorgefertigte Materialien bietet den Kindern die Möglichkeit ihre eigene Phantasie einzusetzen und zu entwickeln. Durch minimale Vorgabe im Material wird maximaler Raum für eigenen Ausdruck, Ideen und Bilder gegeben. Die Kinder machen den Wald zu ihrem Spielzimmer. Sie nützen umgestürzte Baumstämme zum balancieren, Stöcke auf dem Waldboden zum bemalen oder um Zwergenhäuser zu bauen. Auch kann ein Stock ein Pferd sein.
Kreativ konstruieren sich die Kinder eine spannende Welt aus allem was die Natur bietet. Wie nebenbei lernen sie über die Biegsamkeit der Stöcke Material einzuschätzen. Sie lernen ihre Grenzen und Möglichkeiten im Tun selbst kennen. Dabei wird ein „Nein, das trau ich mir nicht zu!“ genauso wertgeschätzt, wie ein „Ja, das will ich probieren!“

Neben den Naturmaterialien nutzen die Kinder Werkzeug wie Hammer und Sägen, Taschenmesser, Feilen, Raspeln, Schaufeln, Hacken, Eimer, etc. Hierfür werden die Kinder gezielt angeleitet. Zur genauen Betrachtung von Tieren und Pflanzen finden Becherlupen und ein Mikroskop Verwendung. In unserem Malatelier unter freiem Himmel können die Kinder mit Pinsel und Farben in großflächigen Bildern ihre persönliche Ausdrucksfähigkeit üben und ihre Kreativität voll ausleben.
Umgang mit der Natur

Durch den behutsamen Umgang mit jeder Art von Leben in Wald und Feld wird das Kind sensibel für die Tier- und Pflanzenwelt. Es lernt, zu staunen und Entdecktes und Gesammeltes zu untersuchen und in Sachbüchern nachzuschlagen. Die Kinder erleben den Zusammenhang von Mensch und Natur und sich selbst als Teil davon. Sie werden sensibel für ökologische Kreisläufe und achtsam für die Umwelt.
Das Wunder der Natur erschließt sich den Kindern oft in kleinen Dingen und fordert sie dadurch auf, als Gast des Waldes Rücksicht zu nehmen und Verantwortung zu tragen. So zeigt sich die Schnecke z. B. nur ganz, wenn wir still und vorsichtig beobachten.

Soziale Entwicklung der Kinder im Wald
Der Freiraum Natur und der Verzicht auf vorgefertigtes Spielzeug bringen die Kinder einander näher. Im Rollenspiel, bei Gruppenaktivitäten und bei Erkundungen ergeben sich Gegebenheiten, bei welchen die Kinder auf die Hilfe der Anderen angewiesen sind (Tierspuren deuten, Bauvorhaben, unbekannte Pflanzen entdecken, Hilfestellung beim Klettern). Daraus ergeben sich natürliche Anlässe, gemeinsame Lösungswege zu finden, hinreichend Gesprächsanlässe die zur kommunikativen Kompetenz beitragen. Das einzelne Kind lernt schnell, dass die Gruppe und das Zusammengehörigkeitsgefühl einen hohen Stellenwert einnehmen.

Die Kinder lernen auf natürliche Weise sich solidarisch zu verhalten, da sie aufeinander angewiesen sind. Kinder, die im Alltag im Wald gemeinsam mit anderen schwierige Situationen gemeistert haben und dabei gelernt haben, Absprachen zu treffen und diese einzuhalten, haben eine soziale Kompetenz für das Zusammenleben und Zusammenarbeiten in Gruppen gewonnen, die nicht nur für den weiteren Lebensabschnitt in der Schule kostbar ist.

Treten Konfliktsituationen bei den Kindern auf, so hilft uns die „Giraffensprache“. In unserem Waldkindergarten vermitteln wir den Kindern die Sprache des Herzens, die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg (kurz GFK genannt). Diese hilft, in Konfliktsituationen einen wertfreien Blick auf das zu haben was geschah, statt nach der Schuldfrage zu suchen. Es kann zudem hilfreich sein friedliche Konfliktlösungen zu finden ohne jemand zu drängen oder zu einem Handeln zu bewegen, das es gar nicht möchte. Die Erzieherinnen wollen erfahren, was die Kinder fühlen, was ihnen fehlt und was sie in der Situation gebraucht hätten. Jeder darf zu Wort kommen und wird wertschätzend gehört, sodass gemeinsam nach einer Lösung gesucht wird, dass es allen wieder gut geht.
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